10 Fragen an Jens Schimmelpfennig

Jens Schimmelpfennig mir seiner Familie

In diesem Familienportrait stelle ich Euch Jens alias „Longevity Dad“ mit seiner Familie vor. Mein Mann hat ihn auf einem Event in Köln kennengelernt und uns connectet. Wie er zum Veganismus gekommen ist und wie es bei ihm im Alltag abläuft, liest Du in diesem Interview. Zusätzlich findest Du am Ende des Artikels das Lieblingsrezept von Jens Familie – einen veganen Auberginen-Burger.

1. Seit wann lebt ihr vegan?

Wir sind im Prinzip noch Frischlinge im Bereich des Veganismus, auch wenn es sich so anfühlt, als wäre es nie anders gewesen! Ende 2016 starteten wir in das Thema Ernährungsumstellung und begannen mit dem Vegetarismus – nachdem Fleisch & Fisch vom Speiseplan verschwunden waren, dauerte es nicht lange bis wir „mehr“ wollten! Im Laufe der Monate entwickelte es sich etwas zweigleisig, sodass ich mich mittlerweile zu 85% rohvegan ernähre und meine Verlobte sowie mein Sohn zwischen Veganismus und Vegetarismus hin und her pendeln, je nachdem wonach den beiden der Sinn steht. Zusammenfassend ein stetiger Umstieg im Laufe eines Jahres.

2. Ernähren sich die Kinder ebenfalls vegan?

Nein nicht zu 100%! Fleisch, Fisch & Eier bekommt unser Sohn von uns nicht, Milchprodukte, wie Käse und Joghurt isst er jedoch, weil er selbst danach verlangt. Wir wollen unserem Sohn kein Dogma auferlegen, sondern ihn frei wählen lassen. Die genannten Lebensmittel, die wir vom Speiseplan gestrichen haben, hat er im Laufe der Ernährungsumstellung auch nicht mehr gefordert. Wir bieten ihm immer wieder Alternativen, wie frisches Obst oder Salate, die er häufig dankend annimmt. Wir lassen sein natürliches Gespür für die Auswahl der Lebensmittel entscheiden.

3. Wie seid ihr zu der veganen Ernährung gekommen bzw. Euer „Warum“?

Der entscheidende Impuls kam von meiner Mutter. Im Laufe der letzten 2 Jahre hat sie einen Sinneswandel durchlebt, der mich ebenfalls zum Umdenken anregte. Daraufhin wurde vor allem der Aspekt der Gesundheit mein „Warum“!
Je tiefer meine Recherchen mich brachten, desto mehr führte mich mein Weg zu einer anderen Kost. „Gottkost“ habe ich vor nicht allzu langer Zeit noch gelesen und das finde ich auch mehr als zutreffend! Vegetarismus und Veganismus sind für mich Zwischenstationen, um den Übergang besser meistern zu können. Der für mich mittlerweile logischen Konsequenz gefolgt, bin ich bei der Rohkost gelandet, bin aber ehrlicherweise noch nicht vollständig dort angekommen. ( kleine Außnahmen sind noch dabei ) Mein Ziel des Ganzen ist in erster Linie strahlende Gesundheit für mich und meine Familie, aber letztendlich auch die Gesundheit der Gesellschaft. Ob als Vorreiter für mein Umfeld oder schlichtweg als Konsument bestimme ich, wie ich die Welt mitgestalte und das, so denke ich, ist das beste „WARUM“!

4. Wie haben eure Ursprungs-Familien darauf reagiert?

Die Reaktionen vielen unterschiedlich aus. Da der Beginn des Ganzen bei meiner Mutter lag, war die Energie von meiner Familie aus natürlich deutlich Pro einer veganen Ernährung! Viele Ideen, Inspirationen und Anregungen unterstützten uns bei dem Prozess. In der Familie meiner Verlobten gestaltete sich das Thema nicht wirklich kompliziert, die Akzeptanz war da, aber das eigene Interesse war noch nicht geweckt. Durch eigene Erfahrungsberichte und regelmäßigen Austausch hat sich das im letzten halben Jahr deutlich verändert! Überwiegend vegetarisch, mit veganen Ausflügen – so würde ich das beschreiben, was zur Zeit auf den Tellern serviert wird!
Aufgrund der ethischen und gesundheitlichen Vorteile denkt derzeit auch keiner von uns darüber nach wieder umzukehren.

5. Welches waren die größten Herausforderungen und wie habt ihr diese gemeistert?

„Man will sich nichts wegnehmen lassen“ Bei dem Thema war ein krasser Umschwung unserers Mindsets notwendig! Der Verzicht stand derart im Mittelpunkt, dass man dazu verleitet wird abzublocken oder aufzugeben. Hier war die Recherchearbeit goldwert! So viele spannende Aussagen, vielversprechende Studien oder aufklärende Bücher, die ich verschlungen habe, gaben mir immer wieder neue Motivation und ließen mich an meinem/unseren Ziel festhalten!
- „Die Zucker-u. GewürzSUCHT – man kann sich nichts wegnehmen lassen“ unser immer noch schwerstes Laster sind die Ausnahmen! Dennoch muss ganz deutlich betont werden, dass die Ausnahmen an sich andere geworden sind und zum anderen sind sie seltener geworden, weil sich das Geschmacksempfinden verändert hat. – „Das Management der Ernährungsumstellung mit dem restlichen Alltag“ Stress, Feierlichkeiten, Besuch, Versuchungen an jeder Ecke, wer kennt es nicht – die beste Lösung für uns ist es auf den eigenen Körper zu hören, denn der sagt einem immer welche Entscheidung die richtige ist, man muss nur gut genug hinhören. – „Die unterschiedlichen Geschwindigkeiten der Familienmitglieder bei der Umstellung“ hier haben wir keine Lösung gefunden. Im Grunde isst jeder seine eigene Mahlzeit, die er für sich am besten geeignet empfindet. Unser Sohn kann zwischen den beiden Mahlzeiten frei wählen. – „Rückfälle nicht als Schwäche ansehen“ das hat tatsächlich lange gedauert bei mir. Wachstum, egal in welche Richtung, sollte immer mit Bedacht erfolgen, um nachhaltig zu sein. Oft verkrampft man zu sehr und setzt Stressoren frei, die den Körper belasten – Essen sollte keine Wissenschaft sein!

6. Plant Ihr Euren Speiseplan bzw. wie sichert Ihr die ausreichende Eisen-/Calciumversorgung Eurer Kinder?

Zu Beginn haben wir uns an vegetarischen und später veganen Rezepten orientiert. Zum einen zur Inspiration zum anderen als grobe Richtlinie was in den Einkaufskorb kommt. Jetzt lasse ich mich mehr von meinem eigenen Gefühl leiten, welche Nährstoffe mein Körper gerade am meisten verlangt. Da unser Sohn beim einkaufen immer mit dabei ist, lassen wir ihn in seinem Rahmen auch mitentscheiden, was er essen möchte, denn ich denke auch Kinder haben, wenn sie der Zuckersucht noch nicht zum Opfer gefallen sind, diesen natürlichen Instinkt. Und so verlassen wir uns auch bei der Gesundheit unseres Sohnes auf unseren gesunden Menschenverstand. Der Kontrollwahn sämtlicher Werte und Normen trägt meiner Meinung nach mehr zur Verunsicherung bei, als dass er unserem Nachwuchs etwas bringt. Dennoch haben wir das ein oder andere natürliche Nahrungsergänzungsmittel, welche wir aber in der gesamten Familie zu uns nehmen! ( z.B. Spirulina, Chlorella, Vitamin D3/C/K2, Magnesium )

7. Welche Erkentnisse habt Ihr auf Eurer Reise in die vegane Ernährung gewonnen?

Veganismus ist mehr als nur ein Trend! Veganismus verhalf uns zu mehr Vitalität, besserer Laune, mehr Genuss, mehr Energie, mehr Körperbewusstsein, Begegnungen mit friedlichen Menschen, der Veganismus verknüpft sozusagen Körper, Geist und Seele! Dennoch war mir persönlich das ganze noch etwas zu schwammig, weshalb mein Weg ganz klar in die vegane Rohkost geht. Was mir besonders gefallen hat, ist, dass der Umstellungsgedanke bezüglich der Ernährung, sich auch auf alle anderen Lebensbereiche übertragen lässt. Man wird achtsamer im Umgang mit seinen Mitmenschen, in der Kindererziehung, bei der Arbeit, im Umgang mit dem eigenen Körper, was einen zu einer viel freudvolleren Version von sich selbst werden lässt.

8. Wie reagiert Ihr auf Vorwürfe oder kritische Fragen bezüglich der veganen Ernährung eurer Kinder?

Destruktive Kritik übt nur der Unwissende aus! Ehrlich gesagt, ist uns noch kein schwerer Vorwurf untergekommen, aber selbst wenn lassen sich so ziemlich alle Argumente gegen eine vegane Ernährung wissenschaftliche widerlegen und dementsprechend verhalten wir uns auch ganz höflich und sachlich bei skeptischen Fragen. Unser Sohn ist quicklebendig, zufrieden und ausgeglichen, deshalb lassen wir seine Gesundheit für ihn sprechen. Ich persönlich würde auch die Heranghensweise anderer Eltern nicht kritisieren, wir alle können nur voneinander lernen. Genau an diesem Punkt sehe ich aber auch unsere Verantwortung, denn die Kinder von heute bestimmen auch unsere Zukunft entscheidend mit! Werte wie Liebe, innere Ruhe, Schöpfung, Naturverbundenheit und dergleichen kommen häufig zu kurz heutzutage und da finde ich bietet der Veganismus einen guten Zugang!

9. Gibt es einen besonderen Tipp, den Ihr gerne weitergeben möchtet z.B. eine besondere Erkenntnis bezüglich der veganen Ernährung oder ein Aha-Erlebnis, das Ihr gerne teilen möchtet?

Defintiv! Das Wichtigste vorweg: Weniger ist mehr! Wir leben ein Leben in Fülle und Völle und werden dadurch zunehmend gebrechlicher und kränker! Intermittent Fasting und Veganimus passen wunderbar zusammen. So hat der Körper endlich mal Zeit für ECHTE Heilung! Außerdem begleitet mich seit jeher der Leitsatz: Du wirst aus dem aufgebaut, was du zu dir nimmst! Ab da war es endgültig vorbei mit Fast Food und Co. Und zu guter Letzt macht mir das Polarisieren richtig Spaß. Die Menschen zu verblüffen, sie aufmerksam zu machen ohne penetrant zu sein, aufzuklären, Schicksale zu verändern…

10. Welches ist euer absolutes Lieblingsrezept?

Auberginen-Burger

Aufregende vegane Variante des Klassikers Rezept von Jens Schimmelpfennig

Veganer Auberginen Burger

Zutaten ( für 2 Burger )

  • rote Zwiebeln (2x)
  • Cherrytomaten (5x)
  • 1/2 Bund Basilikum
  • Vollkorn-Pitabrot (2x)
  • 1/2 Aubergine
  • 1/2 Avocado
  • 1/2 Limetten
  • Mais-Paniermehl
  • Biosenf
  • Bioketchup
  • 1 Sorte Blattsalat nach Wahl (z.b. Bio-Kraussalat)
  • Balsamicoessig
  • Olivenöl
  • Sonnenblumenöl
  • Salz/Pfeffer

Zubereitung

  1. Die Zwiebeln halbieren und in Streifen schneiden, danach bei geringer Hitze in der Pfanne mit etwas Olivenöl glasig dünsten. Beiseite stellen.
  2. Die Tomaten in kleine Scheiben schneiden, mit einem Schuss Balsamicoessig, Salz Pfeffer und gehacktem Basilikum marinieren. Beiseite stellen.
  3. Das entnommene Avocadofleisch mit der Gabel oder einem Pürierstab zu einer Creme verarbeiten. Mit Salz, Pfeffer und einen Spritzer Limettensaft vermengen. Beiseite stellen.
  4. Die Aubergine in etwa 0,5cm dicke Scheiben schneiden. In etwas Olivenöl tauchen und danach im Mais-Paniermehl wälzen. Die Pfanne mit ordentlich Sonnenblumenöl füllen und dann die „Auberginen-Bulletten“ goldgelb von beiden Seiten garen.
  5. In der Zwischenzeit die Pitabrote im Toaster knusprig bräunen lassen, danach aufschneiden, eine Hälfte mit Ketchup bestreichen, die andere Hälfte mit Senf bestreichen.
  6. Und nun wird gestapelt: Eine der beiden Hälften bekommt ein knackiges Salatbett, danach 2 Auberginenscheiben auflegen, mit Avocadocreme bestreichen, mit den geschmorten Zwiebeln und den eingelegten Tomaten bestreuen und zum Schluss nur noch den Deckel auflegen.
  7. Mit ein paar frischen Sprossen garnieren und dann Guten Appetit!

Vielen Dank lieber Jens für das Interview. Alles Gute für Dich und Deine Familie!

geschrieben von
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