Achtsamkeit im Familienleben

Achtsamkeit und Liebe in der Familie

Tipps und Tricks für den Alltag

Viele Menschen sprechen heutzutage von Achtsamkeit. Doch was bedeutet dies überhaupt? Das Wort Achtsamkeit hat seinen Ursprung im Buddhismus, bei welchem zwischen vier Grundarten der Achtsamkeit unterschieden wird:

  1. Die Achtsamkeit des Körpers
  2. Die Achtsamkeit der Empfindungen
  3. Die Achtsamkeit des Geistes
  4. und die Achtsamkeit der Geistesobjekte (wie z.B. Dinge oder Gedanken).

Achtsam zu sein bedeutet im gegenwärtigen Moment zu leben, die Situation und Gefühle wahrzunehmen, sie jedoch nicht zu beurteilen. Kurz gesagt: Ein Moment der Stille und des Friedens.

Nicht nur während der aktuellen Corona-Krise, sondern während des normalen Alltags ist es wichtig und wertvoll, Momente der Achtsamkeit zu erschaffen. Wie du dies für dich und deine Familie umsetzen kannst, zeige ich dir im folgenden Blogbeitrag.

Achtsamkeit zur Zeiten der Corona-Krise: So findest du zu einem ruhigen Familienleben zurück

Besonders während der aktuellen Corona-Situation brauchen wir Achtsamkeit mehr denn je. Zu lange auf engstem Raum mit der Familie eingesperrt zu sein und seine sozialen Kontakte auf ein Minimum einzuschränken kann schnell zu Konflikten führen. Besonders wenn du im Homeoffice arbeitest und gleichzeitig deine Kinder betreuen musst, kann die ein oder andere herausfordernde Situation entstehen. Wie du trotzdem entspannt und achtsam bleibst, zeige ich dir.

Tipp 1: Erde dich und erschaffe dir einen Raum des Friedens

Anstatt in Panik zu verfallen und deine To-Do Liste immer voller werden zu lassen, ziehe dich bewusst aus dem Chaos zurück. Für viele von uns ist es eine herausfordernde Zeit, besonders wenn unsere Familie und Arbeit beide Aufmerksamkeit bekommen wollen und müssen. Vieles können wir nicht kontrollieren, doch in dieser Zeit solltest du dich darauf konzentrieren, was du in der Hand hast. Worüber du Macht hast. Und das bist du. Du und deine Gedanken, Gefühle und dein Verhalten. Nimm dir bewusst Zeit für Dinge, die du gerne tust und die dich erden. Vielleicht ist es ein Spaziergang in die Natur? Ein neues Rezept auszuprobieren? Oder Eine Meditation am Abend? Oder du möchtest dein Lieblingsbuch zu Ende lesen oder ein ausgiebiges Wannenbad nehmen? Was dies auch ist, achte darauf, genügend Momente in deinen turbulenten Alltag einzubauen, die dich erden und dir einen Raum des inneren Friedens schaffen.

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Tipp 2: Distanziere dich von negativen Nachrichten

Nicht nur das Familienleben scheint zur Corona-Zeit hektischer und impulsiver, sondern auch die eigene innere Angst und Unsicherheit, die durch diese neue Situation entsteht, steigt. Sowohl Kinder als auch wir als Erwachsene spüren womöglich veränderte Energien, reagieren gereizter und spüren Momente der Angst und Beklemmung. Angst und negative Energien sind ansteckend – in der Psychologie wird dieser Begriff „soziale Ansteckung“ genannt. Auch wenn wir selbst entspannt mit der aktuellen Situation umgehen, können uns Nachrichten im Fernsehen oder die Besorgnis der Menschen um uns herum schnell herunter ziehen. Daher ist es wichtig, dass du versuchst in deiner Mitte zu bleiben und dich bewusst von negativen Gedanken entziehst. Sobald du mit Gefühlen der Angst, Panik oder Ruhelosigkeit konfrontiert wirst, zieh dich bewusst aus dem Umfeld zurück, wodurch sie geschaffen wurden und kehre in den jetzigen Moment zurück. Nehme drei tiefe Atemzüge und fokussiere dich bewusst auf Dinge, für die du dankbar bist.

Achtsamkeit beim Essen

Wenn du dich nun fragst, was Achtsamkeit mit Essen zu tun hat, kann ich dir verraten: eine ganze Menge. Oft nehmen wir unsere Mahlzeiten „zwischen Tür und Angel“ zu, machen uns am Tag mehrmals unbewusst auf den Weg zum Kühlschrank um zu snacken oder sind vor dem Fernseher oder am Handy vertieft, während wir essen. Somit kann es vorkommen, dass wir über unser Sättigungsgefühl hinweg essen und die Verbindung zu unserem Körper und unserer Intuition verlieren. Daher ist es besonders wertvoll auch während den Mahlzeiten achtsam zu bleiben – gerne auch gemeinsam mit deiner Familie.

Tipp 1: Dankbarkeit als Ritual vor dem Essen

Egal, ob du gläubig bist oder nicht, deine Mahlzeit zu segnen und dankbar zu sein, hebt deine Energie und schafft einen Moment des Bewusstseins. Besonders gemeinsam am Familientisch kann dieses Ritual eingeführt werden. Dankbarkeit ist eines der höchsten positiven Gefühle und hat eine enorme Kraft. Wenn das Rad der Dankbarkeit einmal ins Rollen gebracht wurde, wirst du immer wieder weitere Momente und Situationen finden, für die du dankbar sein kannst. Egal ob alleine oder mit der Familie: nimm dir bewusst einen Moment der Stille vor jeder Mahlzeit und danke für dein Essen. Du kannst entweder allen Menschen danken, die bei der Herstellung deiner Mahlzeit involviert waren (z.B. Bauern, LKW-Fahrer, Supermarktverkäufer) oder du dankst deinem Körper, dass er nun mit diesen wundervollen Nährstoffen versorgt wird.

Tipp 2: Iss langsam und genieße es

Anstatt den Teller rasch zu verspeisen, nimm dir genügend Zeit für das Essen. Iss bewusst und langsam. Somit verbindest du dich mehr mit deinem Körper, weißt ob du noch hungrig oder schon satt bist. Zudem nimmst du die einzelnen Geschmäcker intensiver wahr. Kennst du den wirklichen Geschmack von Brokkoli? Von Blumenkohl und Möhren? Wenn du bewusst und langsam isst, garantiere ich dir ein intensives Geschmackserlebnis. Auch deine Kinder werden somit vielleicht Lebensmittel neu entdecken, die sie vorher nicht mochten.

Achtsamkeit in der Erziehung und in herausfordernden Situationen

Meditation Familie

Gerade bei der Erziehung der Kinder müssen wir uns genügend Momente der Achtsamkeit gönnen, um einen kühlen Kopf zu bewahren. Sowohl für uns selber, als auch im Umgang mit unseren Kleinen.

Tipp 1: Geh aus der Krise heraus. So handelst du als Elternteil richtig:

Sobald ein Streit in der Familie vorkommt, geht dein Temperament hoch. Um nicht die Kontrolle zu verlieren und der Situation ausgegeben zu sein, ist es wichtig, dass du in diesen Momenten Achtsamkeit übst. Somit gelangst du in einen ruhigeren Gemütszustand zurück. Sei dir bewusst, dass Kinder ihre Eltern widerspiegeln. Daher geh als Vorbild voran und handle bewusst mit Achtsamkeit und Ruhe im jetzigen Moment.

Nehme dazu zuerst den Druck aus der Situation und geh aus der Krise heraus. Abstand gewinnen ist hier der zentrale Punkt. Fang an, dich selbst zu beobachten: Welche Gedanken hast du gerade? Welche Emotion folgt anschließend? Sei dir bewusst, dass alles mit einem Gedanken beginnt und du diesen Gedanken ändern kannst. Nehm nun die anschließende Emotion wahr, aber urteile sie nicht. Lass die Emotion bewusst zu. Dann steig aus dieser Emotion heraus. Somit vermeidest du ein möglicherweise resultierendes Drama. Gib dem ersten Gedanken, den du hattet nun keine Aufmerksamkeit mehr. Sei dir bewusst: Energie fließt dorthin, wo du deine Aufmerksamkeit richtest. Daher denke nun friedvolle und harmonische Gedanken. Kehre nun bewusst in die Situation zurück. Versuche zu verstehen, was dein Kind nun wirklich braucht. Sei ganz bewusst bei deinem Kind und fühle.

Tipp 2: Atemübungen für mehr Achtsamkeit

Zudem kannst du durch die Atmung einen Moment der Achtsamkeit aufbauen. Besonders für Kinder ist es von Vorteil, wenn wir sie so früh wie möglich an Atemübungen gewöhnen und sie somit mit Momenten der Achtsamkeit vertraut machen. Es gibt eine Reihe an Atemübungen, die du zusammen mit deinem Kind machen kannst. Eine Methode stelle ich dir heute vor:

Atemübung für Kinder

Achtsamkeitsübung

Bei dieser Atemübung geht es um das Lernen der tiefen Bauchatmung. Bei der Bauchatmung wird dein gesamter Körper aktiv mit Sauerstoff versorgt – im Gegensatz zur flachen Brustatmung. Ebenfalls wird das Zwerchfell durch die Bauchatmung gestärkt, was gut für deinen Körper und Geist ist. Du reinigst deinen Körper von negativen Emotionen und beengenden Gedankenmustern. Die Atmung hilft dir somit deinen physischen und geistlichen Körper tief zu entspannen. Leg dich dazu zusammen mit deinem Kind auf eine Matte auf den Rücken. Legt ein Stofftier auf den Bauch und nehmt nun tiefe Atemzüge. Bei jeder Einatmung hebt sich nun das Stofftier und bei jeder Ausatmung wird es gesenkt. Somit lernt dein Kind bewusst und tief zu atmen und wird auf spielerische Weise mit der Bauchatmung vertraut gemacht. Führt die Übung für einige Minuten durch und wiederholt sie nach Belieben.

Achtsamkeit beim Spielen

Vater Mutter Kind

Kinder lernen am besten auf spielerische Art und Weise. Dies gilt auch für das Thema Achtsamkeit. Schon im jungen Alter können Spiele und Methoden der Achtsamkeit verknüpft werden.

Tipp 1: Lege den Fokus auf Spielen

Kindern sofort von Achtsamkeit und Meditation zu erzählen, kann für einige eventuell abschreckend oder kompliziert klingen. Anstatt ihnen „Übungen“ beizubringen, lege den Fokus daher auf das Wort „Spielen“, denn dies ist schließlich das, was Kinder am liebsten tun. Nun ist es dir überlassen, wie du deine achtsamen Spiele gestaltest. Wie wäre es mit einer Traumreise oder achtsamen Malen? Auch in Ruhe einer Geschichte zuhören oder gemeinsam zum Lieblingslied tanzen kann einen Moment der Achtsamkeit sein.

Tipp 2: Durch einen Waldspaziergang die Umwelt neu entdecken

Besonders zur Zeit, wo unser Alltag nicht mehr wie gewohnt aussieht und wir die meiste Zeit im Haus verbringen können wir lernen neue Wege zu finden, um Achtsamkeit in unser Leben zu integrieren. Um der Enge der Wohnung zu fliehen, wie wäre es mit einem Spaziergang durch den Wald? Besonders für Kinder gleicht der Wald einem riesigen Spielplatz. Es gibt viel zu entdecken, zu sehen, zu hören, zu fühlen. Nehmt euch als Familie bewusst eine Auszeit in den nächstgelegenen Wald und spürt ihn mit all euren Sinnen. Da keine klassischen Spielzeuge vorhanden sind, ist eure Fantasie gefragt. Ihr könnt Baumstümpfe zum Balancieren nutzen, Vögel und andere Tierarten suchen und hören und Blätter sammeln und sie zu einem bunten Strauß zusammenbinden.

Wie du siehst, gibt es viele Möglichkeiten, Achtsamkeit in deinen Alltag zu integrieren und zu einem ruhigen Familienleben zurückzukehren. Wenn dir der Artikel gefallen hat, schreib mir gerne einen Kommentar oder teile deine Erfahrungen im Umgang mit Achtsamkeit. Wenn du mehr möchtest oder in einer Frage feststeckst, ob mit der Achtsamkeit, der veganen Ernährung oder dem Familienalltag, dann buche sehr gern ein Coaching bei mir hier!

Ich freue mich von dir zu hören.

Alles Liebe und bleib gesund,
deine Anna.

geschrieben von
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