Ratgeber Stillprobleme

Die Problematik beim Stillen: Von Hausmitteln zur Notfalllösung.

Beim Stillen besteht nicht nur ein wohltuender Körperkontakt zwischen Mutter und Kind, sondern es werden auch alle lebenswichtigen Nährstoffe mit der Muttermilch weitergegeben. Heutzutage ist wieder klarer denn je: Stillen ist für Babys die natürlichste und schönste Form der Ernährung; wenn es funktioniert!

Vorbereitungen und Hilfestellungen

nach dem StillenEine kleine, aber sinnvolle Präventions- oder auch Interventionsmöglichkeit ist beispielsweise das Trinken von speziellen Stilltees (Herbaria, Wellnessel, Stilltees bei amazon.de). Auch das Beschäftigen mit unterschiedlichen Anlegepositionen (mit Stillkissen, Wiegehaltung, im Liegen, Fußballgriff) kann sich entspannend und förderlich auf das Brustgeben ausüben. Von zu häufigem Cremen oder gar Rubbeln der Brustwarzen ist allerdings abzuraten, da dies die empfindliche Haut eher reizt, als ihr zu helfen.

Zudem ist es wichtig, nach den ersten unerfolgreichen Anlegeversuchen nicht aufzugeben. Nur wenn es weiter versucht wird, besteht die Chance, dass die Muttermilch doch noch fließt. Gerade am Anfang kann dies etwas Zeit in Anspruch nehmen, da der Milchspendereflex erst ausgelöst werden muss. Das heißt, selbst wenn dazu gefüttert werden muss, sollte unbedingt unmittelbar vorher noch einmal die Brust gegeben werden, um den Fluss anzuregen.

Nicht außer Acht gelassen werden sollte eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung sowie reichlich Flüssigkeit zuzuführen. Idealerweise wird vermehrt zu Wasser, (koffeinfreien) Tees oder (naturtrüben) Säften gegriffen.

Tipps gegen wunde Brustwarzen:

Dieser Bereich ist meistens dann gereizt und empfindlich, wenn das Baby nur(!) an den Brustwarzen saugt. Um dies zu umgehen, sollten die Lippen des Kindes mit der Brustwarze berührt werden. Macht es den Mund weit auf, kann es richtig angelegt werden: so, dass der Nachwuchs auch den Warzenvorhof mit in den Mund nimmt.
Sollten die Brustwarzen nach dem Stillen angeschwollen sein oder schmerzen, kann es helfen die letzten Tropfen Muttermilch vorsichtig zu verstreichen und an der Luft trocknen zu lassen. Enge, scheuernde BHs oder Shirts sollten ebenfalls gemieden werden.

Um einer Reizung vorzubeugen, kann ggf. nur 5-10 Minuten pro Seite gestillt werden und stattdessen das Baby öfters angelegt werden.

Unterstützung holen

Sollte es mit dem Anlegen trotzdem absolut nicht funktionieren wollen, kann immer noch ein*e Stillberater*in aufgesucht werden. Neben Hausbesuchen gibt es oft auch die Möglichkeit Stillgruppen zu besuchen und sich dort auszutauschen.

Weitere Informationen dazu gibt es hier:

  • http://www.lalecheliga.de/
  • http://www.bdl-stillen.de/ibclc.html
  • http://www.afs-stillen.de/front_content.php

Aber auch das Einbinden des Partners oder der Partnerin und deren Hilfe kann sich durch den spürbaren Rückhalt positiv auf das Stillen ausüben, da bei Nervosität oder Verkrampfung der Milchfluss gehemmt werden kann.

Auch wenn es sich leicht empfiehlt: Zur Ruhe zu kommen und sich gemeinsam mit Kind und Partner*in zu entspannen kann bei Stillproblemen Wunder wirken.

Wenn gar nichts geht:

Was ist aber zu tun, wenn die Muttermilch (noch) nicht ausreicht? Leider ist derzeit noch keine 100%ige vegane Alternative zu Säuglingsnahrung auf Kuhmilchbasis erhältlich.

Aptamil Soja von Milupa allerdings verzichtet weitestgehend auf tierliche Inhaltsstoffe. Bis auf das Vitamin D, welches leider aus Wollfett hergestellt wird, ist diese Säuglingsnahrung vegan. Selbstverständlich enthält dieses Produkt alle wichtigen Nährstoffe für die Entwicklung des Neugeborenen und kann laut Herstellerfirma bereits ab der ersten Flasche gegeben werden. Aptamil Soja ist frei von Gluten, Lactose und Fructose. Ein weiteres Produkt ist die milchfreie Spezialnahrung „Humana SL“, bei der jedoch einige Vitaminzusätze tierlichen Ursprungs sind. Humana SL ist eine alleinige Säuglingsnahrung und wird von Geburt an gegeben.

Ob diese Säuglingsnahrungen für das eigene Baby geeignet sind, sollte mit einem Arzt oder einer Ärztin abgeklärt werden, da eventuell eine Sojaunverträglichkeit vorliegen könnte.

Wenn es keine ärztlichen Bedenken gibt, sowie Mutter und Nachwuchs dazu bereit sind, kann bedenkenlos bis zum 2. oder 3. Lebensjahr gestillt werden. Einige Babys sind ab dem 6. Monat für Beikost bereit, andere erst ab dem 9.

Die Gesundheit des Kindes sollte zu jeder Zeit absolut im Vordergrund stehen! Bei Unsicherheiten sollte deshalb immer ärztlicher Rat oder die Empfehlungen von Geburtshelfer*innen sowie Stillberater*innen eingeholt werden.

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