Warum vegan – kinderfreundlich und altersgerecht vermitteln

3 Kinder laufen auf der Wiese

„Mama, warum essen wir kein Fleisch?“ – Wie Kinder den Veganismus kennenlernen

Natürlich möchten auch vegan lebende Eltern ihren Kindern die eigenen Essgewohnheiten und ein möglichst sinnvolles Essverhalten näherbringen. Gerade die ethischen Beweggründe, die in vielen Fällen zu einer veganen Lebensweise geführt haben, sollen den Kindern vermittelt werden. Hierbei ist es allerdings nicht ratsam, Kindern vorzuschreiben, wie sie ihre Ernährung gestalten sollen. Dennoch ist es möglich, einen gewissen Einfluss auf die Essgewohnheiten des eigenen Kindes zu haben.

Oft richtet sich kindliches Verhalten nach dem, was von den Erwachsenen vorgelebt wird. Mit der Vermittlung eines bestimmten Essverhaltens verhält es sich ganz ähnlich. Es ist das A und O, mit gutem Beispiel voranzugehen. Vieles, was von den Eltern gern gegessen wird, werden Kinder mit großer Wahrscheinlichkeit auch annehmen.
In den meisten Fällen essen Menschen das, was sie in ihrer Kindheit vorgesetzt bekommen haben, auch im späteren Leben gerne. Lieblingsgerichte und familiäre Essgewohnheiten sind also für das ganze Leben prägend – die vegane Ernährung, die den Kindern angeboten wird, bildet da keine Ausnahme.

Beweggründe vermitteln

Neben dem Vorleben der Essgewohnheiten ist es jedoch sehr wichtig, dass Kinder auch die Beweggründe hierfür erfahren. Kinder sind schon früh in der Lage, diese nachzuvollziehen und selbstbewusst zu vertreten.

Da Kinder (fast) alle Tiere niedlich finden, reichen oft schon einfache Erklärungen wie: „Die Wurst war mal ein Schwein“. Sinnvoll kann es sein, den Kleinen zu erklären, dass Schweine normalerweise sehr alt werden können und sogar intelligenter als Hunde sind. Sicher werden die meisten Kinder das Töten dieser Tiere ihres Geschmackes wegen für falsch halten.
Auch das „Haustier-Argument“ ist für gewöhnlich nachvollziehbar: Kinder, die ein Kaninchen haben, würden beispielsweise niemals zulassen, dass der Mümmelmann als Osterbraten endet. In diesem Fall ist es ein Leichtes, dem Sprössling zu erklären, dass nicht nur tierische Mitbewohner Schutz benötigen.

Vielleicht werden Kinder den Verzicht auf Fleisch leichter nachvollziehen können als den von Milch(-produkten), da sie die Zusammenhänge nicht unbedingt auf den ersten Blick erkennen. Doch es ist kein Geheimnis, dass die Milchindustrie eng mit der Fleischindustrie verbunden ist – schließlich werden die Kälber den Mutterkühen entrissen, um sie u.a. zu Kalbsfleisch zu verarbeiten.

Einem Kind kann man das z.B. folgendermaßen erklären: „Die Kuh gibt nur Milch, wenn sie schwanger ist, damit das Kälbchen etwas zu essen hat. Die Bauern nehmen der Kuh das Kälbchen aber schon nach der Geburt weg, damit die Menschen die Milch trinken können.“

Und sicher wird jedes Kind eines Tages wissen wollen, weshalb selbst Eier nicht auf dem Speiseplan stehen, schließlich legen Hühner diese von Natur aus. Auch hier ist die Erklärung leicht: Denn Hennen legen in der Natur weitaus weniger Eier und diese dienen hauptsächlich der Fortpflanzung. Hinzu kommt, dass männliche Küken keine Eier legen, daher für den Bauern nicht nützlich sind und schon als Küken getötet werden.

Doch neben den Tierrechten ist es auch sinnvoll, dem Kind zu erklären, wie sich der Konsum von tierischen Produkten auf die Umwelt und die Menschen dieser Erde auswirkt. So könnte dem Kind verständlich gemacht werden, dass Tiere in der Intensivtierhaltung natürlich Platz und Futter benötigen. Die Bereitstellung dieser Ressourcen bringt die Zerstörung großer Teile des Regenwaldes mit sich.

Es ist kein Geheimnis, dass Kinder gerne und sehr viele Fragen stellen. Daher ist es von großer Bedeutung, dass vegan lebende Eltern sich mit allen Aspekten des Veganismus auseinandersetzen, ganz unabhängig davon, ob der eigene Beweggrund eher moralischen, gesundheitlichen oder ökologischen Ursprungs ist.

Aufklärung durch Medien

Es ist wichtig, dass Fakten nicht verharmlost werden – schließlich sind es Fakten. Damit Kinder jedoch nicht von Albträumen geplagt werden ist es ratsam, spezielle, kinderfreundliche Lektüre hinzuzuziehen und sich auch im Internet Unterstützung zu suchen.

Besonders kinderfreundlich sind die Bücher „Warum wir keine Tiere essen“ und „Die geschenkte Freiheit“. Sehr empfehlenswert ist außerdem die Internetseite petakids.de, die kostenlos altersgerechte Informationen bereitstellt und von den Kindern auf eigene Faust erkundet werden kann.

Es gibt viele geeignete Möglichkeiten, Kindern eine vegane Ernährung und deren Beweggründe zu vermitteln. Trotz allem kann es sein, dass der Nachwuchs irgendwann nicht mehr vegan leben möchte. Dies ist jedoch sehr unwahrscheinlich, denn sofern die Hintergründe des Veganismus nachvollziehbar erklärt wurden, ist damit zu rechnen, dass die Kinder für sich eine tierleidfreie Lebensweise wählen.

Text: Tina Reschke

geschrieben von
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