10 Fragen an Happy vegan Mom

Happy Vegan Mom Rosa Katharina Mossiah

Heute stelle ich Dir Rosa Katharina Mossiah vor, die im Mai 2018 den Online Kongress “Vegane-Kinder-Konferenz” veranstaltet, sie lebt mit ihren 3 Kindern und ihrem Mann in Belice. Auf www.happy-vegan-mom.de bloggt sie für vegan-lebende Eltern. Viel Spaß!

1. Seit wann lebt Ihr vegan?

Ich ernähre mich, mit Unterbrechungen in meiner ersten Schwangerschaft, seit 2007 vegan. Meine Kinder seit Geburt bzw. Empfängnis. Mein Mann isst omnivor.

2. Ernähren sich die Kinder ebenfalls vegan?

Ich würde sagen zu 90%. Zuhause werden von mir nur vegane Mahlzeiten zubereitet. Allerdings essen sie manchmal ein Frühstücksei oder bekommen einen Bissen Fleisch vom Papa. Ich respektiere unseren Kompromiss und dass sich beide Elternteile einbringen können. Schließlich möchte ich mit meinen Werten und Ansichten ja auch von ihm ernst genommen und respektiert werden. Die Kinder können dann, wenn sie älter sind, selbst entscheiden was sie essen möchten. „Meine Küche“, also das Essen von Mama, bleibt aber vegan. Meine kleine Tochter (5 Monate) wird ja noch voll gestillt und lebt seit Empfängnis vegan.

3. Wie seid Ihr zu der veganen Ernährung gekommen bzw. Euer “Warum”?

Anfangs durch das Umfeld. Meine Gründe waren eher politisch und hatten und haben viel mit Welternährung und Umweltschutz zu tun. Deshalb finde ich auch Bio und nachhaltig extrem wichtig!

4. Wie haben Eure Ursprungs-Familien darauf reagiert?

Meine Eltern bzw. vor allem meine Mutter war da schon sehr kritisch und fand es so „unnatürlich“. Außerdem hat sie sich Sorgen um meine Gesundheit gemacht. Nachdem sie merkte das es mir weiterhin gut geht fielen diese Bedenken mit den Jahren ab und dann fing sie an mir vegane Rezepte, die sie toll fand, weiterzugeben. Spätestens seit wir Kinder haben, und die sich auch vegan gesund entwickeln, wird unsere Ernährungsform glaube ich ohne größeres Hinterfragen anerkannt. Sie weiß ja auch, daß ich mir mittlerweile einfach ein großes Wissen um vegane Familienernährung angeeignet habe und uns alle gesund, frisch und abwechslungsreich versorge.

5. Welches waren die größten Herausforderungen und wie habt Ihr diese gemeistert?

Die größte Herausforderung für uns war auf jeden Fall die unterschiedlichen Essgewohnheiten von meinem Mann und mir. Das geht nur mit ganz viel Toleranz, Verständnis und Rücksichtnahme von beiden Seiten. Zuletzt ist mein Mann, der vorher ein sehr überzeugter und häufiger Fleischesser war, aber immer mehr in Richtung vegan geschwenkt und versucht jetzt auch sich gesünder zu ernähren. Dabei möchte ihn natürlich sanft unterstützen ohne die Moralkeule auszupacken und koche dann auch gerne mal einen Extrawunsch. Es ist schon schöner, wenn alle das Gleiche zum Mittag essen und es allen schmeckt! Für diese Entwicklung bin ich sehr dankbar!

6. Plant Ihr Euren Speiseplan bzw. wie sichert Ihr die ausreichende Eisen-/ Calciumversorgung Eurer Kinder?

Nein, planen in dem Sinne mit Liste oder Wochenplan tun wir nicht. Ich achte aber schon drauf, dass wir und vor allem die Kinder täglich Vollkorngetreide und Hülsenfrüchte essen sowie Obst und grünes Blattgemüse. Das schummel‘ ich eigentlich überall immer ein wenig mit rein. Sie trinken ja auch gerne Smoothies und essen viel Haferflocken mit frischgepresstem O-Saft. Von jeglichen Nüssen sind sie die absoluten Fans. Alles was sie knabbern können, wird gerne kiloweise verschlungen 🙂

Kalzium haben wir bislang viel über kalziumreiches Wasser gemacht. Nach unserem Umzug ins Ausland müssen wir uns da neu orientieren, also eher über kalziumreiche Lebensmittel wie Sesam, Chiasamen, ausgewählte Gemüse, Petersilie oder Mandeln (letztere bei uns der Renner).

7. Welche Erkenntnisse habt Ihr auf Eurer Reise in die vegane Ernährung gewonnen?

In erster Linie habe ich gemerkt, dass ich niemanden zu meinen eigenen Überzeugungen bekehren kann und dass das Schlecht-reden oder Miesmachen von fleischhaltigen Mahlzeiten bei deren Konsumenten nichts bringt. Das positive Vorleben meines eigenen Lebensstils hat unbeabsichtigt jedoch schon mehrere Freundinnen und dann ja auch meinen Mann von alleine überzeugt, selbst vegan zu werden.

8. Wie reagiert Ihr auf Vorwürfe oder kritische Fragen bezüglich der veganen Ernährung Eurer Kinder?

Vorwürfe bekommen wir eigentlich nie. Wir leben da in einem sehr verständnisvollen und offenen Umfeld wo das eher positiv wahrgenommen wird. Mittlerweile ist die vegane Ernährung ja auch so anerkannt und verbreitet dass wir da bislang keine kritischen Fragen zu bekommen haben. Wahrscheinlich wäre das mal: wie sichert ihr die Nährstoffversorgung mit Diesem und Jenem? Da hat man sich ja selbst schon schlau gemacht oder kann die Frage erstmal zurückgeben, denn das wissen die Meisten oft selbst nicht, auch wenn sie sich mit Mischkost ernähren.

9. Gibt es einen besonderen Tipp, den Ihr gerne weitergeben möchtet, z.B. eine besondere Erkenntnis bezüglich der veganen Ernährung oder ein Aha-Erlebnis, das Ihr gerne teilen möchtet?

Für mich war nochmal das sich-bewußt-machen, dass wir mit Allem verbunden sind und alles Leben und alle Nährstoffe ursprünglich aus Mutter Erde kommen – und damit alle Nahrung am Anfang der Nahrungskette pflanzlichen Ursprungs ist (Mikroorganismen ausgenommen) – ein erfüllendes Gefühl. Der Gedanke gibt mir die Sicherheit, dass ich mit einer rein pflanzlichen Ernährung bestens mit allen Nährstoffen versorgt bin und gleichzeitig mit meinem Gewissen und meiner Seele im Einklang bin.

10.Welches ist Euer absolutes Lieblings-Rezept?

Chili sin carne

Vielen Dank liebe Rosa Katharina für das Interview. Alles Gute für Eure Familie!

Rosa Katharina Mossiah

Das ist Rosa´s Webseite www.happy-vegan-mom.de und hier kannst Du Dich zum Online-Kongress anmelden: www.vegane-kinder-konferenz.de

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